01.03.2018

Aktuelle Forschung

Die politische Geschichte der Olympischen Spiele München 1972



Publikation # [366]: Veröffentlichung vorgesehen für 2018

Was Otl Aicher als »die heiteren Spiele der Neuzeit« entworfen hatte, bleibt unverständlich, solange es auf das Maskottchen Waldi, die geometrischen Strichmännchen der Piktogramme und Plakate reduziert wird, welche ohne Schwarz und Rot gedruckt wurden. 

Warum gerade Schwarz und Rot aus der Farbpalette gestrichen wurden, ist angesichts der Olympischen Spiele verständlich, die in Deutschland zuvor ausgerichtet worden waren: Berlin 1936. Ein bis heute wirkungsmächtiges Instrument der Nazi-Propaganda, denn kaum ein anderes Projekt in der Designgeschichte war vergleichbar ästhetisch durchgestaltet wie zugleich diabolisch perfide.

Aichers Entwurf stellte ein anderes, ein programmatisch modernes Gesellschaftsbild dagegen. Diese Vision erfuhr aber nicht nur durch die Emanzipation der jungen (Studenten-) Generation eine ernüchternde Brechung. Die weltweiten Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt, die in der Ermordung der israelischen Sportler kulminierten, bilden den realpolitischen Rahmen dieser Veranstaltung, die dann doch unter der Parole zum Abschluss gebracht wurden: »Die Spiele müssen weitergehen.«

Wenn Sie zu diesem Forschungs- und Publikationsprojekt mehr wissen möchten, können Sie mir gerne eine E-Mail senden.

Prof. Dr. René Spitz

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