Designkritik

Der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse an ein breites Publikum gehört im anglo-amerikanischen Kulturraum zu den vornehmsten Aufgaben eines Experten. Bei uns rümpft man darüber gerne die Nase. Diese hochmütige Distanz halte ich für falsch. Aktuelle Resultate und Debatten der Designtheorie und -geschichte sollten nicht nur im engen akademischen Fachzirkel, sondern auch in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontexten als relevant erkannt werden.

Tatsächlich wird jedoch facettenreiche Designkritik kaum praktiziert. Die Widersprüche, welche dem Design wesenhaft inhärent sind, werden durch Werbegeplapper übertüncht. Eine feste Rubrik, die den eingeübten Genres in anderen kulturell bedeutsamen Bereichen wie Literatur, Theater, Architektur, Tanz, Musik und Film entspricht, fehlt beinahe gänzlich in der deutschen Medienlandschaft.

Seit 1994 bemühe ich mich darum, konstruktive Kritik zu üben und das interessierte Publikum über das Geschehen in der internationalen Designszene ebenso zu informieren wie über aktuelle Beiträge zum designwissenschaftlichen Diskurs.

Prof. Dr. René Spitz

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